Regionalliga West
Freitag, 18.11.2022 19:32 Uhr | neunzehn54

Gegenspieler: Fortuna Köln

Nach Platz 4 und Platz 5 in den letzten beiden Jahren wurde der SC Fortuna Köln vor Saisonbeginn von vielen Experten dem (erweiterten) Favoritenkreis der Regionalliga West zugerechnet. Der Start verlief stockend: Nach fünf Spieltagen fand sich die Fortuna sieglos auf einem Abstiegsplatz wieder. Im weiteren Verlauf der Saison sind die Kölner jedoch immer besser in Fahrt gekommen.

Nach dem Drittligaabstieg im Sommer 2019 stand für Fortuna Köln zunächst eine Phase des Neuaufbaus an. Platz 12 am Ende der coronabedingt abgebrochenen Spielzeit 2019/20 sorgte für weitere Nachjustierungen: Alexander Ende übernahm den Trainerposten von Thomas Stratos. Der heute 43-Jährige formte die Fortuna zu einem Spitzenteam, das in den letzten beiden Spielzeiten Platz 4 und Platz 5 der Regionalliga-Tabelle belegte. Da sich Verein und Trainer aber nicht auf eine Weiterarbeit verständigen konnten, steht seit Juli 2022 wiederum ein neuer Mann an der Seitenlinie: Markus von Ahlen.

Der neue Coach der Fortuna kann auf eine bewegte Spielerkarriere zurückblicken. Markus von Ahlen lief für Bayer Leverkusen sowie den VfL Bochum 38-mal in der 1. Bundesliga auf und wurde in der Saison 1992/93 mit der Werkself DFB-Pokal-Sieger. In der 2. Bundesliga kam der Mittelfeldspieler 148-mal für den VfL Bochum, SV Meppen, KFC Uerdingen und Alemannia Aachen zum Einsatz. Mit dem VfL feierte von Ahlen die Zweitligameisterschaft 1993/94. Als Trainer sammelte der 51-Jährige in unterschiedlichen Funktionen u.a. bei Bayer Leverkusen und dem TSV 1860 München Erfahrungen. Zuletzt war der gebürtige Bergisch Gladbacher von Januar bis Mai 2022 als Cheftrainer beim Bonner SC tätig.

Losgelöst von einer Trainerpersonalie haben sich die Verantwortlichen der Kölner Fortuna „die Rückkehr in die 3. Liga bei gleichzeitiger Garantie der finanziellen Solidität“ als vorrangiges Ziel gesetzt. Sportliche Strukturen sollen weiterentwickelt und insbesondere die Durchlässigkeit vom Jugendleistungszentrum zur ersten Mannschaft gestärkt werden (Quelle: www.fortuna-koeln.de). Daneben finden sich im Kader der Saison 2022/23 aber auch einige externe Neuzugänge wieder. Jonas Scholz (23 Jahre, FC Homburg) und Jan Wellers (22, VfB Homberg) verstärken die Abwehr. Serkan Göcer (29, FC Homburg), Jules Schwadorf (29, Preußen Münster) und Adrian Stanilewicz (22, SV Darmstadt 98) stellen Alternativen im Mittelfeld dar. Für die Offensive wurden Lars Lokotsch (26, FSV Zwickau), Dustin Willms (23, FSV Zwickau) und Arnold Budimbu (27, Phönix Lübeck) verpflichtet. Gerade auf Lokotsch, der auf die Erfahrung von u.a. 48 Drittligaspielen zurückblicken kann, sollte die WSV-Abwehr ein Auge werfen: Der Mittelstürmer ist mit acht Treffern in 15 Spielen Top-Torjäger der Fortuna. Zwei Neuzugänge haben eine rot-blaue Vergangenheit: Linksverteidiger Angelo Langer (29) trug von Juli 2018 bis Januar 2019 das WSV-Trikot, während Rechtsaußen Kingsley Sarpei (19) nach einem Jahr im Tal in diesem Sommer in die Domstadt wechselte.


Sechs Siege in zehn Spielen

Der Start in die Saison 2022/23 verlief stockend. Nach zwei Unentschieden (1:1 in Ahlen, 0:0 gegen Schalke) und drei Niederlagen (0:1 gegen Lippstadt, 0:2 gegen Rödinghausen, 0:3 in Wattenscheid) fand sich die Fortuna nach fünf Spieltagen sieglos auf einem Abstiegsplatz wieder. Erst am 6. Spieltag gelang mit dem 1:0 in Wiedenbrück das erste Erfolgserlebnis, dem in den nächsten neun Partien fünf weitere Siege (3:0 gegen Kaan-Marienborn, 2:1 in Aachen, 3:2 gegen Düren, 2:1 in Gladbach, 1:0 in Straelen) sowie zwei Unentschieden (1:1 gegen Oberhausen, 2:2 gegen Köln U21) und zwei Niederlagen (1:4 gegen Düsseldorf, 1:3 gegen Münster) folgten, sodass sich die Fortuna bis Mitte November ins Mittelfeld vorgearbeitet hatte.

Seit dem Drittligaabstieg der Fortuna im Sommer 2019 sind die Kölner für den WSV eine schwer zu knackende Nuss. In fünf Aufeinandertreffen gab es für die Wuppertaler nur einen einzigen Sieg. Die positive Serie dabei: Im heimischen Stadion am Zoo ist Rot-Blau in allen drei Partien ungeschlagen geblieben. Am 26. Oktober 2019 und am 11. September 2021 gab es jeweils ein 1:1-Unentschieden, am 3. März 2021 gewann der WSV durch Tore von Marco Königs und Semir Saric mit 2:0. In Wuppertal wird man nichts dagegen haben, diese Positivserie in Heimspielen gegen Fortuna Köln weiter fortzusetzen.