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Dienstag, 22.11.2022 19:57 Uhr | neunzehn54

Eins zu Eins mit Serhat-Semih Güler

In der vergangenen Sommerpause wurde noch ein zusätzlicher Stürmer verpflichtet, der den Besuchern des letzten WSV-Heimspiels gegen den Bonner SC bestens bekannt gewesen sein dürfte: Serhat-Semih Güler schoss damals zwei Tore gegen seinen aktuellen Arbeitgeber. Am Ende der Saison hatte der 25-Jährige 14 Treffer für den Bonner SC erzielt, machte den nächsten Schritt in seiner Karriere und schloss sich dem Wuppertaler SV an.

Serhat-Semih Güler begann seine Fußballkarriere beim KSV Heimersdorf in Köln, ehe er die Nachwuchsleistungszentren von Bayer 04 Leverkusen, Fortuna Düsseldorf und Fortuna Köln durchlief. Im Anschluss an seine Jugendlaufbahn spielte der Rechtsfuß bei der SpVgg Burgbrohl sowie erneut für Fortuna Köln, ehe es ihn weiter in die Regionalliga Nordost zum ZFC Meuselwitz zog. Nach nur einer Saison kehrte der 1,81 Meter große Stürmer ins Rheinland zurück und ging zum Bonner SC. Im Laufe seiner Karriere lernte unsere Nummer 11 einige seiner heutigen Mannschaftskollegen kennen, wie er uns berichtet: „Moritz Montag kannte ich schon von früher gut. Mit Roman Prokoph habe ich bei Fortuna Köln zusammengespielt. Tobi Peitz und ich standen uns früher oft als Gegner gegenüber.“ Lachend fügt er hinzu: „Und den Mokka, aber den kennt ja glaube ich jeder im Westen.“  

Aber nicht nur mit den ihm bereits bekannten Gesichtern lief es für unseren Neuzugang beim WSV von Anfang an gut, sondern auch mit dem gesamten Team, wie uns der Doppeltorschütze aus dem Heimspiel gegen die Reserve von Fortuna Düsseldorf erzählt: „Ich habe mich sofort mit den neuen Mitspielern super verstanden. Wir hatten von Anfang an eine gute Stimmung im Team. Dann wurde es durch die schlechtere Phase am Anfang der Saison natürlich etwas ungemütlicher, was auch normal ist. Aber ansonsten habe ich mich sehr gut eingelebt. Ich habe nicht das Gefühl vermittelt bekommen, dass ich hier neu bin.“ Vielleicht haben Serhat-Semih Güler bei seiner Eingewöhnungsphase im Tal auch seine - wie er sie nennt - „Kölner Jungs“ geholfen, mit denen er die Strecke aus der Domstadt ins Bergische Land verbringt: „Wir haben eine Fahrgemeinschaft. Ich fahre zusammen mit Roman Prokoph, Nick Galle und Giulio Multari aus Köln nach Wuppertal. Wir wechseln uns mit dem Fahren ab.“ Auf diese Weise werden nicht nur die Spritpreise geteilt, sondern auch die gute Stimmung: „Es macht auf diese Weise mehr Spaß zusammen, auch wenn man einfach mal hinten sitzen und nach dem Training entspannen kann.“ 

Bejubelt gegen Fortuna Köln seinen sechsten Saisontreffer: Serhat-Semih Güler.

Ein deutlicher Schritt nach vorne

Mit seinen „Kölner Jungs“ unternimmt unser Neuzugang sowohl in Köln als auch in Wuppertal häufiger etwas zusammen, kann sich in seiner Freizeit aber auch anderweitig beschäftigen: „Ich übe gerne auch andere Sportarten aus und bin viel mit meinen Freunden unterwegs. Ich gehe oft etwas essen. Meistens sind wir in Köln und manchmal in Düsseldorf unterwegs. Wir waren auch mit der Mannschaft schon häufiger in der Mittagspause in Wuppertal zusammen etwas essen.“ Auf die Frage, was denn sein Lieblingsgericht ist, antwortet unser „Wühler“ ohne zu überlegen: „Ganz klassisch esse ich am liebsten Pasta.“

Wir haben unsere Ziele nicht aus den Augen verloren

Serhat-Semih Güler

Unser Neuzugang bestätigt, dass der Wuppertaler SV der nächste Schritt für ihn in seiner Karriere ist: „Auf jeden Fall. Ich glaube, eine Liga höher wäre auch möglich gewesen, wenn ich länger gewartet oder mich damit intensiver beschäftigt hätte. Mein Ziel war es aber, in der Liga zu bleiben und dann gemeinsam mit meinem neuen Verein eine Liga höher zu gehen. Das war der Grund, wieso ich zum WSV gekommen bin. Es ist für mich ein deutlicher Schritt nach vorne im Vergleich zur letzten Saison.“ Nicht nur die Wuppertaler Fans haben sich den Saisonstart anders vorgestellt, sondern auch Serhat-Semih Güler, der sich für sich und den WSV einiges vorgenommen hat: „Wir haben unsere Ziele nicht aus den Augen verloren, nur weil es am Anfang schlecht lief.“ Unsere Nummer 11 führt aus: „Ich glaube, dass wir am Anfang etwas Zeit gebraucht haben. Es lag aber nicht am Trainer oder daran, dass wir viele Neuzugänge hatten. Man hat im Fußball einfach manchmal so Phasen. Warum auch immer, da gehen dann manche Bälle einfach mal nicht rein und beim Gegner schon. Es ist viel zusammengekommen, weshalb es nicht lief, das kann man nicht an einer einzigen Sache festmachen.“

Ziel: Ein Treffer mehr als in der letzten Saison

Auch seine ganz persönlichen Ziele sind eine klare Ansage: „Mein Ziel für diese Saison ist es, einen Treffer mehr zu erzielen als in der letzten Saison. In nächster Zeit möchte ich eine Liga höher spielen, im optimalen Fall natürlich mit dem WSV. Ansonsten gilt für mich als Stürmer: Ich möchte mehr Tore schießen als in der Saison davor, um immer höher zu kommen. Ich bin ja erst fünfundzwanzig - in diesem Alter spielt man nicht, um die Liga zu halten.“

Auf die Frage, ob es auch eine Umstellung für ihn ist, beim WSV Fußball zu spielen im Vergleich zum Bonner SC, mit dem in der vergangenen Saison der Klassenerhalt knapp verpasst wurde, berichtet der Rechtsfuß: „Ich habe mir den Start in die Saison auch anders vorgestellt und dachte, ich bekomme mehr Chancen als in Bonn. Natürlich wünscht man sich als Stürmer, vorne so viele Bälle wie möglich zu bekommen, um sie dann auch reinzumachen. In der jetzigen Phase müssen wir alle defensiver arbeiten und uns die Bälle holen. Aktuell müssen wir uns alle Chancen hart erarbeiten. Der neue Spielstil spielt mir dabei aber in die Karten. Im letzten Heimspiel gegen Düsseldorf war es offensiv sehr stark von uns und ich bekam viele Bälle aufgelegt, sodass ich sogar vier oder fünf Tore hätte machen können. Ich bin kein Feind davon, intensiv für die Mannschaft mitzuarbeiten, von daher passt das schon alles.“ Was Serhat-Semih Güler in Wuppertal bereits positiv aufgefallen ist, ist das Publikum, das bei ihm und dem gesamten Team noch ein paar Prozent mehr herauskitzeln kann: „Es freut jeden Spieler, wenn Zuschauer kommen und uns im Stadion unterstützen. Jeder könnte theoretisch auch zu Hause bleiben und etwas anderes machen. Im Spiel pushen die Fans einen noch mal und können einen nach vorne bringen. Eine positive Stimmung im Spiel ist natürlich super und motivierend, dadurch hat man auch einfach noch mehr Spaß, Fußball zu spielen.“

Wir bedanken uns bei Serhat-Semih Güler für die Zeit, die er sich für die neunzehn54-Reaktion genommen hat, wünschen ihm für die Zukunft nur das Beste und dass all seine Wünsche in Erfüllung gehen! Darüber hinaus wünschen wir ihm weiterhin viel Erfolg und noch viele Tore im Trikot des Wuppertaler SV!